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  • AutorenbildMichi

Vancouver 3

Der Abschied von Lytton hat sich ueber etwa eine Woche hingezogen und ist mir sehr schwer gefallen. Doch seitdem ich am Dienstag mit Alanna, Ben und Murphy nach Bellingham, Washington, gefahren bin, sind schon wieder einige Seiten in meinem Lebensbuch dazugekommen… Da Alkohol – zumindest verglichen mit Kanada – in den Staaten sehr billig ist, haben wir uns nach Ueberschreiten der Grenze mit etlichen Flaschen Rum & Co. eingedeckt. Das mag wohl auch der Grund gewesen sein, warum ich von den Jezebels so gut wie nichts mitbekommen habe. Aschentonnenrennen, Heckenspringen, Klettern auf Baeume und Gebaeude… Ein Wunder, dass uns die Amis nicht eingesperrt haben. Mitternachtssnack im Denny’s, Gruppenkuscheln in der EconoLodge.

Wieder ueber die Grenze, anschliessend zurueck in die Staaten nach Point Roberts, wo die Alanna ein kleines, nettes Ferienhaeusl hat. Erster Blick auf Mt. Baker, den ich naehstes Jahr mit Murphy besteigen moechte! Trotz enormer Angeschlagenheit von der Nacht davor konnten wir uns dazu aufraffen, Beer Pong zu spielen. Lagerfeuer. Ab 23 Uhr waren wir im Bett. Schlaf der Gerechten.

Am naechsten Tag hat uns  die Alanna in New Westminster, einem Stadtteil von Vancouver, abgesetzt, wo wir uns mit Jayson, einem weiteren Kumsheenler getroffen haben. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite – Indian Summer!!! -, weshalb wir uns schon am fruehen Nachmittag unser erstes Bier mit leckeren Fischtacos gegoennt haben. Ab in die naechste Kneipe. Bavarian Hefeweizen fuer sieben und ein paar Zerquetscht’n Dollar… Weiter in die naechste Kneipe. Dachterrasse! Nach sechs Pitchern Bier, vier Stamperln Whiskey und einem wunderschoenen Sonnenuntergang sind wir wieder zurueck in unsere Ausgangskneipe. Nochmals jeweils zwei Bier und einen Schnaps. Murphy hat versucht, mit ein paar Maedels aus Newfoundland anzubandln. Vergeblich… Ich bin schliesslich am Tisch immer wieder eingenickt. Zeit, heim zu gehen. Der rotzenvolle Murphy hat sich gleich noch zum Flughafen aufgemacht und wie durch ein Wunder seinen Heimflug nach Toronto nicht verpasst. Ueber vier Monate habe ich mit diesem liebenswerten Blondie verbracht, abgesehen von zwei Tagen sind wir jeden Tag gemeinsam aufgestanden und mehr oder weniger nebeneinander eingeschlafen, haben unzaehlige Biere getrunken, sind gepaddelt, geklettert und von Bruecken gesprungen, wir haben uns die Naechte um die Ohren geschlagen, sind jeden Tag puenktlich zur Arbeit erschienen, wir haben gemeinsam Wasser geschluckt, unter den nicht enden wollenden Famtrips gelitten und im BC Busch augeharrt. wodurch wir eine Freundschaft aufgebaut haben, die enger nicht sein koennte, ohne schwul zu sein!

Abschied von Ben und Jayson. Rueber zu Victor in der Naehe von Granville Island. Im MEC meine Wasserschuhe umgetauscht, die nach nur vier Wochen Raft Guiden schon auseinander gefallen sind. Jetzt bin ich mit bequemen Patagonia Mokassins unterwegs. Mit Victor an den Kits Strand, Football werfen und Weibern hinterhergaffen. Sonnenuntergand. Am Abend Barbecue auf der Terrasse mit Blick auf Downtown. Dann sind nach und nach Victors Partyfreunde eingetroffen: ein Haufen sauhuebscher Asiatinnen und etliche Schwule (groesstenteils auch Asiaten). Morgan Page, ein anscheinend aufstrebender House-DJ hat im Celebrities in Downtown aufgelegt. Geschichte fuer sich!!! Auf alle Faelle der Wahnsinn! After-Hour in einem anderen Club, nochmal viel Geld in Kanada gelassen. Heim. Um 6 Uhr ins Bett, um 14 Uhr aufgestanden.

Rucksack gepackt, zum Bus nach Portland… Das Arschloss an der Grenze hat es mir nicht leicht gemacht: Wo ich hinfahre? Was ich in Portland mache? Wo ich bleibe? Wie ich diese Freundin kennengelernt habe? Wie diese Freundin heisse? Wie lange ich dort bleibe? Blablabla… Wo ich wohne? Was ich dort gemacht habe? Ob ich ein Rueckflugticket habe? Scheiss auf Amerika, lang lebe Kanada!!! Das ganze Prozedere hat natuerlich etwas laenger gedauert, als ich aus dem Gebaeude wieder draussen war, war bloederweise mein Bus schon weg. Scheissdreck. Einem netten Maedl aus Suedkorea ist es genauso gegangen. Zum Glueck hat uns ein sehr netter Busfahrer einer anderen Busgesellschaft bis nach Seattle mitgenommen und das umsonst!!! Mit dem Wuchertaxi zwei Bloecke weitergefahren und in der letzten Sekunde den Bus nach Portland erwischt, wo mich die Zoe vom Busbahnhof abholen wird. Ich freue mich wie ein Schnitzel auf ein neues Kapitel!

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