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  • AutorenbildMichi

Santiago de Chile 5

An Santiago hat sich seit September/Oktober 2007 nicht viel geaendert. Mir ist hier immer noch genauso langweilig wie damals, weshalb ich die meiste Zeit im Internet verbringe und sinnlosen Gruppen bei studivz beitrete und das obwohl ich (noch) gar kein Student bin. Mein Rueckflugticket habe ich jetzt in der Tasche. Am 18.6. betrete ich wieder bayrischen Boden! Ich habe immer noch niemanden besucht! Mit dem Julio habe ich telefoniert. Am Tag musste er arbeiten, am Abend hat er mir dann abgesagt, weil er zu kaputt und muede von seiner Arbeit war. Zum Pai koennte ich prinzipiell schon, aber irgendwie ist alles viel zu kompliziert! Es sind halt doch nur Reisebekanntschaften und wieder einmal merke ich, wie wertvoll eine echte Freundschaft ist! Unbezahlbar! Zudem springt mein Telefon nicht mehr an! Aus diesem Grunde werde ich mich morgen hoechstwahrscheinlich von Chile verabschieden und endlich Kurs auf Bolivien, Peru und Ecuador nehmen.

Doch bevor ich dem Land, in dem ich die meiste Zeit ueberhaupt verbracht habe – etwa vier Monate -, den Ruecken kehre, muss ich noch zwei negative Aspekte erwaehnen, die mich jedes Mal wieder aufregen. Zum einen das fehlende Umweltbewusstsein der Chilenen. Im Supermarkt gibt es an jeder Kasse meist einen zusaetzlichen Angestellten – oft Schueler oder Studenten, die sich ein paar Pesos dazu verdienen -, die nichts anderes zu tun haben, als die vom Kunden gekauften Waren in Plastiktueten zu packen. Schwerere Sachen wie zum Beispiel Flaschen werden natuerlich gleich in zwei Plastiktueten verpackt, denn Eine allein reicht nicht, die koennte ja wohlmoeglich reissen! Vorhin habe ich mir zum Mittagessen drei Semmeln, die eh schon in einer Plastiktuete verpackt waren, und eine Banane gekauft! Was macht nun die Warenverpackerin? Sie packt natuerlich die Plastiktuete mit den drei Semmeln und die eine Banane in eine andere, groessere Plastiktuete und erwartet fuer diese Taetigkeit vielleicht sogar noch ein Trinkgeld! Nicht mit mir! Ich packe die Sachen natuerlich wieder aus, klemme die eine Banane unter meinen Arm und spaziere zurueck zu meinem Hostel. Natuerlich betrachten mich die Angestellten des Supermarktes jetzt als Ausserirdischen. Zudem entdecken die Chilenen mehr und mehr ihre eigenen Nationalparks. Gleichzeitig findet man dort traurigerweise mehr und mehr Muell! Zum anderen ist es verboten, Produkte tierischen und pflanzlichen Ursprungs nach Chile zu importieren – riesige Warntafeln jagen dem Reisenden Angst ein und warnen vor hohen Geldstrafen. Normalerweise habe ich immer problemlos einen Apfel und ein bisschen Salami von Argentinien nach Chile “geschmuggelt”, doch an der Grenze von Bariloche nach Osorno haben es die Chilenen echt uebertrieben! Wir durften am chilenischen Grenzposten bestimmt ueber eine Stunde warten, weil drei bis vier Beamte den kompletten Bus nicht auf Drogen, sondern auf Produkte tierischen oder pflanzlichen Ursprungs durchsuchten. Und dann wurden auch noch saemtliche Gepaeckstuecke durch ein Strahlengeraet durchgelassen! Ich habe einen Apfel weggeschmissen, den ich in Bariloche auf der anderen Seite der Anden gekauft habe, aber natuerlich unmoeglich in Chile verzehren kann! Auf der ganzen Welt verrecken Leute, weil sie nichts zum Essen haben und selbst in Chile – im gar so armen Suedamerika – wird Essen einfach so weggeworfen. Absurd!

Genug gemeckert, ich kann es gar nicht mehr erwarten, voller Energie Bolivien zu erkunden!

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