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  • AutorenbildMichi

San Pedro de Atacama 2

Jetzt bin ich schon seit einer Woche hier – fehlen also nur noch elf bis ich mich wieder dem Vagabundieren hingeben darf. Ich lebe mich schön langsam ein, lerne immer mehr “Einheimische” kennen und lasse es inzwischen viel ruhiger angehen als die ersten Tage. Meine Arbeitszeit habe ich allerdings immer noch nicht geregelt. Nachmittags verbringe ich ein, zwei Stunden auf der kleinen Plaza und lese ein Buch, ein Baum schützt mich vor den unbarmherzig heißen Sonnenstrahlen, von Winterjacken fehlt jede Spur – ein Unterhemd, eine kurze Hose und eine Flasche Wasser reichen – und im Hintergrund spielen irgendwelche Langhaarigen Panflöte und Gitarre. Sollte ich irgendwann auch nur annähernd braun werden, dann in San Pedro.

Vorgestern bin ich in mein neues Zimmer eingezogen. Es ist insgesamt ein wenig schoener und nicht mehr ganz so weit vom Büro entfernt als mein altes. Zudem habe ich endlich ein Kissen! Mein Vermieter ist ein echter Atacameño, ein Einheimischer, und somit in San Pedro geboren. Er hat zwei oder waren es zwölf – zwischen dos und doce hört man oft keinen Unterschied – Jahre lang in einer Mine gearbeitet. Es war sehr interessant mit ihm und einem La Pazer an einem Tisch zu sitzen, Tee zu trinken, Brot zu essen und sich mit den beiden über Gott und die Welt – eigentlich über zwei Welten, denn die Meine kann man mit der Ihren sicherlich nicht vergleichen – zu unterhalten. Wie sagt man so schön: da treffen Welten aufeinander.

Chile

Mein neues Zimmer


Am Sonntag bin ich in der Früh aufgewacht und wusste nicht so genau, ob ich arbeiten musste. Schließlich ging ich dann doch ins Büro, denn ich hätte mit mir sonst nichts anzufangen gewusst. Auf Reisen besteht der Tag aus Ausflügen, da aber meine Arbeit auch aus Ausflügen besteht, habe ich quasi mein Hobby zum Beruf gemacht. Für mich eher negativ, weil einem somit der Ausgleich fehlt. Ich kann mich aber auch täuschen.

Ein Phänomen sei noch am Rande erwähnt, das zumindest bei mir auftritt, wenn ich längere Zeit nicht in meiner gewohnten Umgebung bin: Man erkennt in völlig fremden Personen bekannte Gesichter wieder. Doch nicht die Gesichter von seiner Familie oder seinen besten Freunden, sondern eher die Gesichter von Leuten mit denen man nie allzu viel zu tun hatte. Keine Ahnung, woran das liegt.

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