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  • AutorenbildMichi

San Carlos de Bariloche

Der kurze Abstecher ins argentinische San Carlos de Bariloche, besser unter Bariloche bekannt, hat sich definitiv gelohnt. Alleine die Busfahrt von Puerto Varas dorthin war ihr Geldwert. Ich befinde mich nun naemlich im wunderschoenen Seengebiet, das mich mehr als jede andere Gegend an meine Heimat erinnert. Um sich von der Gegend auch ohne Fotos einen kleinen Eindruck zu verschaffen, nehme man einfach ein grosses Fleckchen Erde und positioniere dort den Wilden Kaiser und das Karwendelgebirge, willkuerlich umringt vom Chiemsee, Tegernsee, Schliersee, Sylvensteinsee, Achensee, Kochelsee und Walchensee. Naja, so in etwa zumindest. Die Stadt an sich kommt mir sehr schickimicki vor – was nicht unbedingt negativ gemeint sein muss, das kann auch Vorteile haben – und der Sich-selbst-als-Penner-fuehl-Faktor ist sehr hoch. Vergleichbare Anwesen – von Haeusern kann nicht mehr die Rede sein -, direkt an einem der zahlreichen Seen mit Blick auf die umliegenden Berge gelegen, findet man bei uns vielleicht nur noch am Tegernsee. Waere die spanische Sprache nicht allgegenwaertig, koennte man glatt vergessen, dass man sich in Argentinien befindet. Die 5-taegige Trekkingtour oder besser gesagt gescheite Bergtour habe ich in drei Tagen durchgezogen. Den kompletten zweiten Tag hat mich ein liebenswerter Hund auf Schritt und Tritt begleitet. Das war der anspruchsvollste Tag der gesamten Tour und meinen verbleibenden Trekkingstock konnte ich mit gutem Gewissen im Rucksack lassen, denn um die schwersten Passagen zu bewaeltigen, musste man schon Hand am Fels anlegen. Aus diesem Grund habe ich mir teilweise grosse Sorgen um den Hund gemacht. Aber am Ende sind wir doch beide wieder heil vom Berg gekommen. Den dritten und letzten Tag bin ich alleine gestartet, habe ihn allerdings unten wiedergetroffen, wo er dann ungluecklicherweise noch von zwei unglaublich ekligen Koetern – der einen Bulldogge kam schon Schaum aus dem Mund – angegriffen wurde. Wie sich herausstellte,  spielte der Hund, ich nannte ihn immer “loco”, Verrueckter, nicht zum ersten Mal den Bergfuehrer.

Soeben habe ich fuer morgen mein Busticket nach Osorno in Chile gekauft, um von dort aus noch am gleichen Tag nach Pucón zu kommen. Es bleibt mir letztendlich doch noch genuegend Zeit, um eine letzte Monstertour mit Vulkanbesteigung im Sueden Suedamerikas durchzuziehen, ein paar Freunde in Santiago wiederzutreffen, den guten, alten Bob zum zweiten Mal live erleben zu duerfen – sollte ich eine Karte auftreiben koennen – und dann rechtzeitig in Bolivien einzutreffen. Es laeuft also alles bestens! Mein Hunger sagt ja, mein Geldbeutel sagt ja: das nach einer anstrengenden Trekkingtour inzwischen obligatorische All-You-Can-Eat-Fleischmassaker beginnt in wenigen Minuten!

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