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  • AutorenbildMichi

Sairecabur

Es gibt wieder einiges zu erzählen aus der Wüste:

Am Montag war ich auf einem Asado, einem chilenischen Grillfest, als plötzlich das Hotel neben uns in Flammen stand. Die Feuerwehr war aber gleich vor Ort und ich musste mich beim Löschen behilflich machen.

Am Dienstag gab es ein vollkommenes Gipfelglück. Drei Bayern, ein Franzose und ein Chilene erreichten zwar mit etwas Anstrengung, aber ohne größere Probleme den knapp 6.000 Meter hohen Gipfel des Sairecabur. Somit ging für mich ein Traum in Erfüllung und ich war dem Himmel so nah wie nie zuvor. Auf- und Abstieg fielen mir überraschend leicht, nicht im Traum wäre es mir in den Sinn gekommen, den Gipfel möglicherweise nicht zu erreichen. Der Wille kann halt Berge versetzen und ist der allerwichtigste Muskel des Körpers. Am Ende, als wir schon wieder beim Auto waren, hat mich dann die Höhe doch noch in Form von Kopfschmerzen und Übelkeit übermannt… Das war aber erst der Anfang! Ich habe Blut geleckt und will noch mehr! Weitere Bergbesteigungen in Chile, Bolivien und Ecuador sind schon in Planung.

Chile

Auf dem Gipfel des Sairecabur


Und für alle, die es noch nicht wissen: Am Mittwochvormittag hat die Erde im Norden Chiles gebebt. Im Epizentrum nicht allzu weit von San Pedro entfernt wurde ein Beben der Stärke 7,8 gemessen – andere Quelle berichten von einem Beben der Stärke 7,7 oder 7,9. Zum Glück ist allerdings fast nichts passiert! Ich habe daraufhin eine Mail vom ZDF bekommen, denen inzwischen mein Tagebuch bekannt ist und die beabsichtigten, mich telefonisch für die gestrige Heute-Sendung zu interviewen. Zu einem Telefonat kam es dann leider doch nicht, denn das hätte den Rahmen gesprengt, da es sich glücklicherweise doch nicht um eine vorausgeahnte Katastrophe handelte. Ich hätte nie geglaubt, wie viel Einfluss man mit einem Blog haben kann und wie viele Leute im Endeffekt meine Gedanken verfolgen.

Folgendes schrieb spiegel.de über das Ereignis:

Schweres Erdbeben fordert Tote und Verletzte Heftige Erdstöße haben die chilenische Küste nahe der Hafenstadt Antofagasta erschüttert. Das Beben einer Stärke von 7,7 hat bereits erste Opfer gefordert: Mindestens zwei Menschen kamen ums Leben, mehr als 150 weitere wurden verletzt. Santiago de Chile – Das Epizentrum lag den Angaben zufolge rund 170 Kilometer nördlich der Küstenstadt Antofagasta und mehr als 1000 Kilometer von der Hauptstadt Santiago de Chile entfernt. Ein Regierungssprecher sagte, einige Städte seien von der Stromversorgung abgeschnitten. Etliche Straßen seien beschädigt. Mindestens zwei Menschen kamen ums Leben, mehr als 150 weitere wurden verletzt, teilten die Behörden mit. Ein erstes Nachbeben erreichte die Stärke 5,7. Experten gehen davon aus, dass es weitere geben wird. Augenzeugen berichten, das Beben sei noch in Hunderten Kilometern Entfernung zu spüren gewesen. “Es war furchtbar stark, sehr lang, und von unter der Erde kam ein gewaltiger Krach”, berichtete die Sprecherin eines Hotels in Calama, das rund hundert Kilometer entfernt vom Epizentrum des Bebens liegt. Der Strom sei ausgefallen, aber das Gebäude sei noch intakt. “Ich hatte große Angst, so ein starkes Beben habe ich noch nie erlebt”, sagte eine andere Betroffene. Auf Fernsehbildern waren nach dem Einsturz eines Hotels in Antofagasta auch zerstörte Autos zu sehen. Eine Reporterin des Radiosenders Radio Cooperativa berichtete, auf dem Flughafen der Hafenstadt sei der Asphalt aufgebrochen. Dutzende von Straßenarbeitern sind Medienberichten zufolge in einem Straßentunnel gefangen, der bei dem Erdbeben zusammenstürzte. Laut Reporten lokaler Fernsehsender sollen über 50 Menschen in den Tunnel-Trümmern eingeschlossen sein. Zwei Frauen aus dem rund 40 Kilometer vom Epizentrum entfernten Tocopilla kamen beim Zusammenbruch ihrer Häuser ums Leben. In der Hafenstadt Antofagasta wurden mindestens 45 Menschen verletzt. In der nahegelegenen Stadt Maria Elena wurden den Behörden zufolge 20 Menschen verletzt. Die meisten der 1.800 Häuser im Ort seien beschädigt, hieß es. Das Pacific Tsunami Warning Center hatte eine Tsunamiwarnung für Chile, Peru und Hawaii herausgegeben, diese später aber wieder zurückgezogen. In Hawaii hatten die Experten ohnehin nur mit einem geringen Anstieg des Meeresspiegels gerechnet. In der Region befinden sich viele große Kupferminen. Aus Sorgen vor größeren Schäden an den Minen zog der Kupferpreis an den internationalen Rohstoffmärkten an. ffr/amz/dpa/AP/Reuters

Eigentlich müsste ich bis Mitte Januar hier arbeiten, was ich jedoch stark bezweifle. Zu oft dient mir der Reiseführer als Bettlektüre, zu genau kenne ich bereits die Route, die es zu bestreiten gilt, zu gut weiß ich über die Busverbindungen ins argentinische Salta Bescheid. Der Drang in die Ferne nach neuen Abenteuern ist einfach zu groß und ich werde ihm wohl kaum noch recht viel länger Widerstand leisten können. Anfang Dezember halte ich für realistisch. Meinen Geburtstag möchte ich allerdings noch in San Pedro verbringen.

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