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  • AutorenbildMichi

Potosí 2

Egal wie scheisse euer Job auch sein mag, er kann unmoeglich beschissener sein als das, was die “Mineros”, die Minenarbeiter im Cerro Rico, dem reichen Berg, bei Potosí tagtaeglich leisten. Beim Gedanken an unsere Ausfluege ins Salzbergwerk kann ich nur lachen. Zwei verschiedene Welten. Genau in diesem Moment schuften sich selbst Kinder – zwischen 10 und fuenfzehn Jahren – in den winzigen, meist ungesicherten Schaechten wortwoertlich zu Tode. Ein Minero wird kaum aelter als 40 Jahre. Es faellt einem unglaublich schwer zu atmen – zum einen ist die Luft voller Staub, die einzige Frischluft kommt von den Eingaengen, zum anderen befinden sich die Minen auf etwa 4300 Meter, da faellt einem koerperliche Arbeit eh schon schwer genug. Im Gegensatz zu den “dicken Bolivianerinnen”, die den ganzen Tag nur herumsitzen und praktisch nichts tun, arbeiten die Mineros so schnell wie moeglich – stets mit einem Batzen Cocablaetter im Mund. Teils bis zu zehn, 12, 20 Stunden, je nachdem wie der Gruppenfuehrer entscheidet. So wie ich das verstanden habe, sind die Mineros allerdings sehr stolz auf ihren Beruf und sollten sie etwas finden – heutzutage hauptsaechlich Zinn -, koennen sie auch reich damit werden. Aber geniessen koennen sie ihr Leben dann trotzdem noch nicht, denn sie hoeren nicht auf damit, weiterzusuchen, um noch reicher zu werden. Fuer mich ist das kein Leben. Ihr koennt euch gar nicht vorstellen, wie froh all die Touristen waren, nach lediglich zwei Stunden schweissgebadet wieder Tageslicht erblicken zu duerfen und Frischluft einatmen zu koennen.

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