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  • AutorenbildMichi

Portland 1

Portland, oh Portland!

Am Tag nach meiner Ankunft hat die Zoe mit ihrem Freund (eigentlich Ehemann, da die beiden in Suedostasien gheiratet haben) Kenton den ganzen Tag suedostasiatisch aufgekocht. Ich habe lediglich ein paar lange Bohnen geschnipselt und all die Shrimps ausgenommen… Am Abend trudelten dann schliesslich all ihre Freunde ein: wie erwartet, ausgeflippte, taetowierte, gepiercte, extrem talentierte Kuenstler/Musiker. Eine spontane Jamsession hat es dann schliesslich bewiesen, weshalb ich die Gitarre gar nicht erst angeruehrt habe. Grossartige Party! Zweite Nacht auf dem Fussboden von Zoes Wohnzimmer, das eingerichtet ist wie ein Antiquitaetenladen.

Montag. Zoe hatte ihren ersten Arbeitstag als Kellnerin und somit den ganzen Tag gearbeitet. Ich habe bis 14 Uhr geschlafen, Kenton, der hauptberuflich Musiker ist, bis 17 Uhr… Mt. Tabor. Filmeabend.

Dienstag. Ausschlafen. Zoes Radl ausgeliehen. Nach Downtown (Westside) und am Ufer des Willamette River entlang geradelt. In Downtown wimmelt es nur so von Hobos! Film, Film, Film… Am Abend sind Zoe, Kenton, Phil, Alina und ich noch ein wenig spazieren gegangen, wodurch wir schliesslich auf einer fuer Portland typischen Hausparty gelandet sind. Noch auf dem Gehsteig habe ich Jasper aus Suedkalifornien kennengelernt, mit dem ich mich sofort bestens verstanden habe. Die Frage war, welche die beste Stadt auf der Welt sei… Seiner Meinung nach Berlin, meiner Meinung nach Vancouver. Er war noch nie in Van, ich war noch nie in Berlin. Genug Gespraechsstoff fuer eine ganze Weile. Weiter ging es zu Josh auf die Veranda. Er war der einzige, der in dem Haus, auf dessen Veranda ein ganzer Haufen selbst eingeladener Freigeister sandlnten, wohnte und noch wach war. Er war recht beeindruckt von meinem Englisch. Ich meinte, dass es mir momentan leichter fiele, mich auf Englisch zu unterhalten als auf Hochdeutsch. Bayrisch waere allerdings selbstverstaendlich kein Problem! Kurz darauf stossen ein paar Maedls dazu. Fragt mich die eine aufgrund meines Akkzents, woher ich denn bin. Aus Bayern. Sie faengt auf holperndem Innschbruckcherisch zum Schreien an: “I hob in Innschbruckch schtudiert, des isch mei Lieblingschschtadt auf der ganzschen Welt!” “A gaeh, meine a, ich hob da a amoi g’wohnt!”, plaerre ich auf Bayrisch zurueck. So kam es, dass ich mich irgendwo in Portland auf irgendeiner Veranda irgendeines Hauses irgendwelcher Freigeister mit einer wildfremden Amerikanerin auf bayrisch bis in die fruehen Morgenstunden ueber Innsbruck unterhalten habe. Klein und verrueckt ist die Welt!!!

Heute. Ausschlafen. Bouldern in einer der angeblich groessten Boulderhallen der Welt, der Circuit Bouldering Gym.

Es hat ein paar Tage gedauert, bis ich runter gekommen bin von ueber vier Monaten tagtaeglich Raft Guide-Kumsheen-von-Bruecken-spring-fast-Ertrinken-jede-Nacht-Party-und-am-naechsten-Tag-arbeiten-Action und von dem Roadtrip/Partymarathon mit meinen Kumsheen-Spezln und der vogelwilden Asiatencrew, schliesslich bin ich aber doch nicht nur koerperlich, sondern auch geistig in Portland, Oregon angekommen. Es gefaellt mir! Van bleibt aber die beste Stadt auf Erden! Nach Innsbruck natuerlich!

Morgen hat die Zoe frei, weshalb sie mir endlich ihre Lieblingsfleckerl zeigen kann. Freitag Konzert der Extraklasse von unseren Spezln Worth. Samstag wilde Hausparty. Sonntag River Day. Montag Seattle.

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