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  • AutorenbildMichi

La Serena 1

Den gestrigen Tag habe ich in La Serena, sechs Stunden nördlich von Santiago, verbracht. Die Fahrt dorthin war recht angenehm und es war sehr interessant zu beobachten, wie sich die Landschaft allmählich veränderte – die Gegend um La Serena lässt sich vermutlich am besten als Halbwüste beschreiben. Die Stadt an sich ist relativ klein und unspektakulär, hat mich aber dennoch positiv überrascht.

Auf solch einer Reise – vor allem wenn man alleine reist – ist man extremen Stimmungsschwankungen hoffnungslos ausgeliefert. Sitzt man alleine in einem “Bavaria” Restaurant, das diesen würdevollen Namen mit Sicherheit nicht verdient hat, mit dem Gefühl, man sei der einzige Rucksackreisende weit und breit, ja sogar der einzige Mensch im gesamten Universum, so kann man schon mal ins Zweifeln kommen. Eine Stunde später jedoch sitzt man in der gleichen Stadt mit drei unglaublich netten Menschen an einem Tisch in einer urigen, chilenischen Kneipe, trinkt Bier, führt geistreiche Gespräche und hat sämtliche Sorgen von vorhin schon längst wieder vergessen. Die letzten beiden Tage habe ich mit einer Ergotherapeutin aus (Neu-)Ulm namens Ellen und einer Psychologiestudentin aus Regensburg namens Kerstin verbracht, die beide – sollte man die Menschheit in gute und in böse Menschen einteilen können – definitiv zu den Guten gehören. Kaum hat man nette Leute kennengelernt – und von diesen nach ein paar gemeinsamen Stunden oder Tagen wieder Abschied genommen -, lernt man auch schon wieder neue kennen. Mögen diese Menschen früher oder später wieder in Vergessenheit geraten, so hinterlassen sie bei mir doch einen bleibenden Eindruck und lassen mich den Glauben an die Menschheit nicht verlieren.

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