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  • AutorenbildMichi

Kathmandu 1

Ich sitze gerade in einem Internetcafe in der Freak Street mitten in Kathmandu, Nepal und bin uebergluecklich. Doch von vorne…

Die Busfahrt von Varanasi nach Kathmandu hat zwei volle Tage in Anspruch genommen. Sie war anstrengend, hat sich aber mehr als gelohnt! Ich bin froh, dass ich mich gegen das Flugzeug und fuer den Bus entschieden habe. Alles andere waere Selbstbetrug gewesen… Wenn ich aus dem Fenster blicke und dabei die ganzen provisorischen Behausungen entlang der Strassen und Zuggleise sehe, wenn ich sehe, wie Frauen mit gekruemmtem Ruecken unter der unbarmherzigen Sonne 14 Stunden und mehr versuchen, ein Stueck duerren Acker mit ihren blossen Haenden zu bearbeiten, wenn ich sehe, wie eine Frau Mist neben der Strasse aufsammelt, in Scheiben formt und trocknet, um damit ihren Ofen zu befeuern, mit welchem sie hoffentlich ihre Grossfamilie ernaehren kann, wenn ich die ganzen unbeweglichen Opiumleichen im Strassengraben liegen sehe, und dann daran denke, wie selten wir alle es, von unseren Alltagsproblemchen voellig desillusioniert, zu schaetzen wissen, dass wir im Paradies leben duerfen, dann, ja dann, gelingt es mir nicht mehr, mir die Traenen zu verkneifen! Wir haben alles, was wir zum leben brauchen, ja sogar noch viel mehr, und doch sind wir nie damit zufrieden. Staendig wollen wir mehr. Ich fuer meinen Teil brauche abgesehen von den wirklich essentiellen Dingen nicht viel, um gluecklich zu sein: gute Gesellschaft, Natur, Musik…

Endlich, endlich bin ich also in Nepal, dem Land der Berge, dem Land meiner Traeume. Dem Dach der Welt. Erst in Nepal habe ich festgestellt, dass Indien Indien ist und nicht Asien! Der indische Subkontinent ist etwas ganz Eigenes und nicht mit Asien zu verwechseln. Das Himalaya stellt eine natuerliche Grenze zum weiter noerdoestlich gelegenen Asien. In Nepal sehen die Leute viel asiatischer aus, Hinduismus und Buddhismus existieren hier friedlich nebeneinander, die Leute lachen, sind warmherzig. Die Landschaft ist toll, alles ist viel entspannter, mein Durchfall hat sich nach einer zweitaegigen, strikten Diaet aus trockenem Reis, Bananen, Zwieback, Keksen und Antibiotikum verabschiedet, ich habe eine Laura aus Lenggries, die die gleichen Leute wie ich kennt, kennengelernt, ich habe einen Dreadlock tragenden Hamburger namens Tim, der in einem Hippiegeschaeft Hippiesachen verkauft, kennengelernt. Mit ihm werde ich wohl die Langtang-Region erkunden. Kurz, ich bin genau da, wo ich sein moechte. Das hoechste Gebirge der Welt wartet nur so darauf, vom Bayer auf Reisen entdeckt zu werden.

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