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  • AutorenbildMichi

Chimborazo

Zum ersten Mal auf meiner Reise ist mir etwas nicht so gelungen, wie ich es mir vorgestellt habe. Wir haben den Gipfel des Chimborazos leider nicht erreicht. Eine Geschichte fuer sich:

Mit dem Auto sind wir von Riobamba aus zur ersten Huette, die auf 4800 Meter liegt, gefahren. Nach dem Mittagessen ging es auf die 200 Meter hoeher gelegene Whymper-Huette. Gegen 16.00 Uhr wurde Abend gegessen, danach versucht, zu schlafen. Doch vergeblich! Die Aufregung, die Anspannung, die Vorfreude war zu gross! Wir standen voll unter Strom! Ploetzlich faengt Wind an, zu wueten! Jetzt konnte ich erst recht nicht mehr schlafen! Erste Zweifel ueber Gipfelerfolg! Gegen 10.30 Uhr meinte dann unser Guide Fausto, dass es bei diesem Wind unmoeglich sei, den Gipfel zu erreichen. Alle Hoffnungen wurden zerschlagen, 160 Dollar sprichwoertlich vom Winde verweht! Aber das gehoert zum Bergsteigen dazu. Das Universum kann man nicht beeinflussen! Zwar schade, aber wir haben uns nicht grossartig geaergert.

Von einer Sekunde auf die andere hoerte der Wind jedoch wieder auf! Wir konnten aufbrechen. Um 00.30 Uhr machten wir unsere ersten Schritte unter sternenklaren Himmel. Stefan und ich fuehlten uns gut, das leichte Ziehen im Kopf war vergessen. Wir wollten auf den Gipfel. Auch die Geschwindigkeit stimmte. Allerdings wartete unser Guide immer auf die beiden anderen Parteien, ein oesterreichisch/argentinisches Paerchen und ein Niedersachse – alle drei ohne Erfahrung und sehr langsam und unsicher unterwegs -, weshalb wir wertvolle Zeit verloren haben. Der Wind wurde wieder staerker. Beim Anlegen der Steigeisen verwandelte sich der Wind in einen kleinen Schneesturm. Irgendwann wurde der Wind wieder schwaecher, wir warteten weiter auf bessere Zeiten. Die Oesterreicherin und der Argentinier sind bereits wieder umgekehrt. Wir warteten umsonst, denn unser Guide hat sich geweigert, bei dem Wind durch einen Korridor aus Felsen, die damit drohten, auf uns herabzustuerzen, zu gehen. Der Guide hat das letzte Wort, allerdings ist es fraglich, ob die Gefahr wirklich so gross war, wie er es uns verklickert hat. Wir gingen geschlagen zur Huette zurueck, was keine 20 Minuten dauerte.

Nach ein bisschen Schlaf gehe ich aufs Klo, das sich ausserhalb der Huette befindet: Ein wunderschoener Morgen, blauer Himmel, Sonnenschein. Der Wind hat, kurz nachdem wir zur Huette zurueckgekehrt waren, endgueltig aufgehoert. Haetten wir nicht staendig auf die Anderen gewartet und waeren wir ein minimales Risiko eingegangen, haetten wir den Gipfel erreicht, da bin ich mir ganz sicher. Keine Frage, wir waren/sind enttaeuscht. Fuer unseren von Anfang an unmotivierten Guide – er hat nicht ein Wort mit uns gesprochen – gab es natuerlich kein Trinkgeld. Einen zweiten Edgar findet man so schnell nicht wieder.

Nun sind wir im schoenen, touristischen Baños, wo wir ein paar Tage verbringen werden, ehe wir nach Quito fahren. Uns beiden hat sich eine Berlinerin namens Anne angeschlossen, die in Leipzig Energietechnik studieren moechte.

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