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  • AutorenbildMichi

Allein durch die Wildnis Feuerlands

Ich bin seit Donnerstag wieder alleine unterwegs. Der Maggi sollte am Sonntag gut und sicher in München gelandet sein. Ihn hat die Reiselust einfach nicht gepackt. Aber keine Sorge, ich halte bis Juni die Stellung, darin besteht kein Zweifel!

Ich bin soeben von meiner 4-Tages-Trekkingtour in der feuerländischen Wildnis zurückgekommen. Der Wahnsinn war es – wie immer halt! Gegen diese Tour war der Fitz Roy wie eine Wanderung auf den Blomberg. Es gab keine Wege, keine Markierungen, … Nur mich und 100% pure, feuerländische Wildnis, dazu einen Kompass und eine Karte mit Wegbeschreibung.

Tag 1 – Ich bin problemlos für 20 Pesos zum Startpunkt gekommen, danach habe ich mich erst einmal im Wald verlaufen, weshalb ich mir den Weg freikämpfen musste. Es hat eine Weile gedauert, bis ich die Berge den Namen auf meiner Karte zuordnen konnte, aber danach war es kein Problem mehr. Geschlafen habe ich oben in einem wunderschönen Tal auf einer kleinen Halbinsel, umringt von leicht schneebedeckten, schroffen Felsgipfeln. Ich konnte es mir schließlich nicht verkneifen, nackt in den eiskalten Bach zu springen. Absolute Freiheit eben! Der Wind, der an meinem Zelt wie blöd rüttelte, weckte mich gegen vier Uhr in der Früh auf, doch mein Zelt stand bombenfest.

Feuerland

Schlafplatz Nr. 1


Tag 2 – Es ging hoch auf einen Pass, dank des Nebels bin ich dann ein Tal zu früh abgestiegen. Also musste ich wieder hinauf zu einem anderen Pass, was mich insgesamt etwa zwei Stunden gekostet hat. Hinunter in ein anderes Tal, wo ich von Fels zu Fels hüpfen musste, da der einzige “Weg” durch eine Klamm geführt hat. Ansonsten der übliche Kampf mit Matsch, Sträuchern und Bäumen. Unten angekommen bin ich hinauf zu einer Lagune, wo ich die Nacht verbringen wollte. Mein Zelt stand dann auch sicher verankert an einem wunderschönen Platz, weshalb ich mir nach einem anstrengenden, aber gelungenen Trekkingtag meine wohlverdiente Brotzeit schmecken lassen wollte. Also rein ins Zelt, Schlafsack ausgepackt und genau in dem Moment beginnt der Wind zu toben. Ich denke mir noch: Du musst deinem Zelt vertrauen lernen, es hat ja die letzte Nacht auch gehalten, alles ganz easy. Doch plötzlich kam eine unglaublich starke Windböe, die damit drohte, mein Zelt mitzureißen. Ich musste aus voller Kehle Schreien… Waahhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh!!! Etwa wie beim ersten Mal Achterbahnfahren. Ich denke mir: Wie soll ich denn da schlafen, das ist doch nicht mehr normal! Und dann: Pennggggggg! Eine Zeltwand ist komplett in sich zusammengebrochen. Es hat zwei Stangenelemente aus Fieberglas einfach verbogen. Diese zurück zu biegen, schafft nur ein Arnold Schwarzenegger! Ich nur: Kruzifix, Kruzifix, Kruzifix!!! Es ist nicht ganz leicht, nicht in Panik zu geraten, wenn man irgendwo mitten in der feuerländischen Wildnis um acht Uhr am Abend zwei Tagesmärsche von der nächsten Straße, die zurück in die Zivilisation führt, entfernt auf einem Berg sitzt, während es einem gerade sein ach so tolles Zelt, eigentlich ein Ort der Geborgenheit, der Sicherheit, wie ein Kartenhäuschen um die Ohren gefetzt hat.  Ich bin dann ein wenig abgestiegen, doch der Wind war überall zu stark, weshalb ich ein wenig windgeschützt hinter einem Felsen biwakiert habe. Meine Zeltplane habe ich als Dach aufgespannt. Bis um drei Uhr in der Früh lag ich wach mit Musik im Ohr und habe gehofft, dass der Wind nicht auch noch diese Plane wegreißt – es gab Schneeregen. Irgendwann bin ich dann eingeschlafen. Als ich die Augen wieder öffnete, befand sich die Plane immer noch über mir. Hinterher war es echt geil!

04.02.2008 08-57-44

Sichtlich angeschlagen nach dem Biwak


Tag 3 – Alles verlief reibungslos. Am späten Nachmittag hat es angefangen zu regnen, weshalb ich die Nacht irgendwo im Wald in meinem verbogenen Zelt verbracht habe.

Feuerland

Schlafplatz Nr. 3


Tag 4 – Reibunglos. Nach einer halben Stunde des Wartens hat mich jemand mit nach Ushuaia genommen.

Feuerland

Wildnis pur!


Fazit: Vier Tage Wildnis! Ich habe nur sechs Leute auf dem Weg getroffen… Top!

Morgen geht es in aller Früh auf nach Punta Arenas in Chile.

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