top of page
  • AutorenbildMichi

Lima

Heute morgen bin ich nach einer wieder einmal eisig kalten Nachtbusfahrt, auf der ein Mann versucht hat, meinen Geldbeutel, waehrend ich mich im Halbschlaf befand, zu klauen – Gott sei Dank habe ich seine Hand in meiner Hosentasche bemerkt und noch rechtzeitig die Augen geoeffnet -, in der Hauptstadt Perus angekommen. Die Stadt bietet alles, was ich verabscheue: Etwa neun Millionen Menschen, von denen ich keinen einzigen kenne – 50 % davon scheinen Verbrecher zu sein -, viel Verkehr, Gehupe, Hektik, … Da unser Bus nicht in das Terminal fahren durfte, mussten wir ausserhalb aussteigen. Die Fahrgaeste wollten aber nicht, da sie meinten, man wuerde uns letztendlich nur bestehlen. Mein Taxifahrer musste auch immer das Fenster auf- und zumachen, damit sich nicht ein Grattler mein Handgepaeck blitztschnell schnappt. Irgendein Bolivianer wollte mit mir vorhin ein Bier trinken, nachdem er mich auf der Strasse angesprochen hat. Ich bin mir sicher, dass er nicht nur ein Bier wollte. Daraufhin bin ich ueber eine Bruecke in einen anderen Stadtteil gegangen, bis mich schliesslich zwei aeltere Strassenverkaeuferinnen darauf hingewiesen haben, dass ich als Gringo nicht in diese Richtung weitergehen soll, da sie mich mit Sicherheit ausrauben wuerden. Ich habe mich hoefflich bedankt und bin umgekehrt. Ansonsten erinnert mich die Stadt rein optisch sehr an Buenos Aires.

Lima scheint eine scheiss gefaehrliche Stadt zu sein, weshalb ich mich schon darauf freue, morgen in aller Fruehe nach Huaraz Richtung Cordillera Blanca aufzubrechen.

Zum Schluss noch eine kleine Anekdote: Eines Abends war ich mit einer Chilenin, einer Argentinierin und einem Argentinier in Cuzco unterwegs, die auf der Strasse Hippie-Armbaendchen und Halsketten verkaufen, um sich ein paar Soles dazuzuverdienen. Irgendwann sind alle drei fuer eine Viertelstunde verschwunden, so dass ich mein Glueck als Verkaeufer versuchen durfte. Natuerlich verkaufte ich nichts. Spasseshalber habe ich eine aeltere Dame angesprochen, die ein paar fuer die Andenlaender typischen Muetzen verkauft. Sie meinte, meine Armbaender waeren sehr schoen, und hat mich dann gefragt, wie viel ich schon verkauft haette. Wenige, das Geschaeft liefe schlecht, gab ich ihr als Antwort. Daraufhin meinte sie, sie haette heute keinen einzigen Artikel an den Touristen gebracht. Auf diese Art und Weise verdient sie ihren Lebensunterhalt, waehrend ich nach 15 Minuten wieder in die Rolle des reichen Touristen schluepfen konnte.

0 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Huaraz 4

Huaraz 3

Huaraz 2

bottom of page